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Facebook-Button

Schaut man sich im Internet um, so kann man den Eindruck bekommen, ohne Facebook käme kaum noch eine Internetseite aus. Selbst in Tageszeitungen begegnet einem immer häufiger die Aufforderung „Besuchen Sie uns auf Facebook“. Warum machen Medien so viel Werbung für Facebook? Selbst im öffentlich-rechtlich zwangsfinanzierten Rundfunk wird reichlich Werbung für Facebook gemacht, obwohl reichlich sendereigene Internetauftritte vorhanden sind. Neulich fiel mir ein mehrseitiger Werbeprospekt eines örtlichen Fachgeschäfts für Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik in die Hände, in dem ich dann auch mehrfach aufgefordert wurde: „Besuchen Sie uns auf Facebook unter….“. Ich habe nur nicht verstanden, was ich oder das Fachgeschäft davon hätte.

Wäre es nicht sinnvoller, die Besucher direkt auf die eigenen Internetseiten weiterzuleiten, anstatt Werbung für ein mächtiges amerikanisches Unternehmen zu machen, in der Hoffnung, dass die zu Facebook geschickten Besucher später zum eigenen Angebot zurückkehren bzw. dass sie auf einer (ja ebenfalls zu erstellenden) Facebook-Seite eher kauf- oder informationsbereit sind als auf einer Firmenwebseite? Es gibt sicher Angebote, die sich gut mit Hilfe von Facebook bewerben lassen, aber es ist eben nicht immer sinnvoll. Und es kommt dabei auf das WIE an.

Warum ist der „Facebook-Gefällt-mir-Button“ so beliebt?

Die häufigsten Gründe sind:

  • Imagegründe: Facebook gilt als modern und man möchte daher Facebook imageverbessernd nutzen.
  • Da ist die Hoffnung auf Werbung und (mehr) Umsatz über Facebook.
  • Es ist sehr einfach, einen Facebboook-Button zu setzen und eine einfache Facebook-Fanpage einzurichten.
  • Der eigene Internetauftritt bietet keine Interaktionsmöglichkeiten („Web 2.0“), die man aber bieten möchte.
  • Man erhofft sich eine gute Auffindbarkeit (Ranking) in den Suchmaschinen, besonders wenn das eigenen Angebot bisher nicht gut auffindbar ist.

Wann lohnt sich Facebook?

Facebook ist vor allem aufgrund der enormen Nutzerzahl interessant. Der Wunsch, über Facebook lohnende Umsätze zu machen, die eine professionelle Kampagne finanzieren können, wird wohl in den meisten Fällen unerfüllt bleiben.

Vielmehr lässt sind Facebook nutzen 

  • zum Imageaufbau und zur Meinungsbildung, besonders für Produkte und Themen, die sich gut über ein Medium wie Facebook vermitteln lassen (etwa Musik, Spiele, Sport, Freizeitthemen und mit Einschränkungen auch Mode und politische Themen),
  • und für Feedback aus dem Markt, mit dem frühzeitig Meinungen und Kritik erkannt und ggf. zur Verbesserung des Angebotes genutzt werden können, Möglicherweise lässt sich durch eine aktive Kommunikation Einfluss auf Meinungen nehmen und negative Kritik ein Stück weit entschärfen.

Für die Firma Facebook lohnt sich natürlich jeder Facebook-Button oder -Link, da Facebook damit wertvolle, vielfach verknüpfbare Nutzungsdaten gewinnt, die Facebook gewinnbringend vermarkten kann - und das völlig kostenlos.

 

Was ist wichtig für den Erfolg mit Facebook?

Sind Themen und Ziel für Facebook geeignet, so sind für eine erfolgreiche Umsetzung zu beachten:

  • Legen Sie fest, welche Ziele Sie mit Ihrem Engagement erreichen wollen (für Imageaufbau, Feedback, Meinungsbildung). Die Bereitschaft auf Nutzerkritik zu reagieren gehört dazu. Meinungen zu erfragen, aber dann nicht darauf zu reagieren, wäre kontraproduktiv.
  • Planen und realisieren Sie eine aktuelle, als nützlich und sympathisch empfundene Facebook-Fanpage als Anlaufstelle.
  • Organisieren Sie regelmäßige aktuelle Informationen und die zeitnahe kompetente Beantwortung von Nutzerbeiträgen.
  • Verlassen Sie sich nicht allein auf Facebook. Längst nicht alle Adressaten Ihrer Themen sind Facebook-Nutzer oder möchten alles über Facebook diskutieren, selbst wenn sie Facebook-Nutzer sind.
  • Sie brauchen zu Ihrem Facebook-Angebot also auch gut gepflegte eigene Internetseiten, möglichst mit Feedbackmöglichkeiten, sowie eine sinnvolle Verknüpfung beider.

Wie steht es mit dem Datenschutz?

Datenschutz scheint viele Nutzer kaum zu interessieren. Tatsächlich geben sie ihre Daten bereitwillig an viele global agierenden Konzerne bekannt. Andererseits gibt es Bestrebungen, den Datenschutz zu verstärken und  sogar anonymisierte Nutzungsstatistiken für die (eine) eigene Firmenwebseiten zu erschweren.

Vorreiter eine besonders intensiven Nutzung der Daten sind besonders Facebook und Google, die aufgrund der hohen Nutzerzahl, vieler miteinander verknüpfbarer Dienste und der Möglichkeit Daten eigener und fremder Webseiten miteinander zu verknüpfen, umfassende Datenbestände anlegen. Selbst private Daten werden ausgewertet und mit entsprechenden Voreinstellungen, die man schon mal übersehen kann. schnell öffentlich gemacht. Vormals anonym nutzbare Dienste, wie die Suchmaschinensuche werden personalisiert (z.B. Benutzerprofile bei der Websuche), um noch mehr personenbezogene Daten zu generieren.

Vielen Nutzer ist gar nicht klar, wie umfassend ihre Daten bereits genutzt werden. Sich dagegen als Nutzer zu schützen, erfordert Kenntnisse und entsprechendes Handeln. Datenschützer kritisieren zunehmend die ausgedehnte Datensammelung durch Facebook & Co. Mittlerweile ist es bereits zu zahlreichen Abmahnungen von Anbietern gekommen, die den „Gefällt-mir“-Button von Facebook in ihre kommerziellen Seiten integrierten, da mit diesem Button ungefragt und unwissentlich persönliche, verknüpfbare Nutzerdaten an Facebook übermittlet werden, auch dann, wenn der Button gar nicht betätigt wird. Zur Datenübertragung reicht bereits, dass er in der Seite enthalten ist.

Dabei ist es gar nicht so schwer, hier als Anbieter datenschutzrechtlich korrekt zu arbeiten. Zum einen muss man nun wirklich nicht alle möglichen Trackingdienste einfügen (einige Anbieter haben bis zu zehn solcher Tracking-Verfahrten auf ihrer Webseite eingebunden) und für Dienste wie der Facebook-„Gefällt-mir“-Button lässt sich ein zweistufiges Verfahren nutzen, das erst dann den eigentlichen Facebook-Button „scharf“ schaltet und Daten überträgt, wenn der Besucher der Seite aktiv wird – nach einem entsprechenden Hinweis – und den Button betätigen möchte. Und in die Nutzungsbedingungen der Seite gehören Hinweise zum Datenschutz bezüglich Facebook und anderer Trackingverfahren.

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Disclaimer zum Facebook-Button

Im Impressum einiger Webseiten mit einem eingebundenen Facebook-Like-Button findet man einen Passus, in dem auf die Datenschutzproblematik zum „Gefällt mir“ von Facebook hingewiesen wird, und es ist der folgende Hinweis zur angeblichen Wahrung des Datenschutzen zu lesen: „Wenn Sie nicht wünschen, dass Facebook den Besuch unserer Seiten Ihrem Facebook-Nutzerkonto zuordnen kann, loggen Sie sich bitte aus Ihrem Facebook-Benutzerkonto aus.“

Die betreffnde Datenschutzerklärung bezüglich Facebook, einschließlich des genannten Satzes wird auf einem Portal zum Internetrecht als Muster vorgestellt. Eine solche Erklärung reicht meines Erachtens nicht aus, aus folgenden Gründen:
1. Ist der Nutzer bereits auf der Webseite, wenn er die Erklärung liest und hat damit ggf. schon Facebook mitgeteilt, dass er die Website besucht. Der Nutzer der Seite hatte also gar keine Wahl.
2. Selbst nach einem Ausloggen von Facebook bleiben ggf. Cookies von Facebook zurück, die eine Verknüpfung mit der Identität des Besuchers ermöglichen könnten. Der durschnittliche Nutzer weiß zudem oft gar nicht, wie er Cookies sicher entfernt.

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